Pfarr­brief - St. Eli­sa­beth, Han­no­versch Mün­den

vom 28.1. bis zum 5.2.2017 - 4. Sonn­tag im Jah­res­kreis

Aus­ge­legt!

Bi­bel­wort: Mat­thä­us 5, 1-12a

„Der ist se­lig!“, sa­ge ich manch­mal, wenn mein klei­ner Sohn et­was Schwie­ri­ges ge­schafft hat oder et­was Er­sehn­tes ge­schenkt be­kam.

Er sieht dann auch so aus: rund­um glück­lich, ab­ge­ho­ben fern und rüh­rend nah. Der An­blick die­ser Se­lig­keit hilft mir, wenn ich den ziem­lich al­ter­tüm­lich­en Be­griff „se­lig“ in der Pre­digt Je­su hö­re.

Se­lig - das sind nicht nur die be­son­de­ren Men­schen, die fei­er­lich zu sol­chen er­klärt wer­den. Das sind al­le, die sich nach ei­ner an­de­ren Welt seh­nen und ei­ne Hand da­für rüh­ren. Es macht rund­um glück­lich, him­mel­hoch­jauch­zend und bo­den­stän­dig, sich für Frie­den ein­zu­set­zen, Ge­rech­tig­keit für mög­lich zu hal­ten, Trau­ri­ges aus­zu­hal­ten und Kopf und Kra­gen zu ris­kie­ren für die Wahr­heit.

Pro­bie­ren wir’s aus! Glücks­ge­füh­le sind ver­sproch­en.

Chris­ti­na Brun­ner

Die Bü­che­rei em­pfiehlt

Ere­bos von Ur­su­la Poz­nans­ki

In ei­ner Lon­don­er Schu­le wird ein Com­pu­ter­spiel he­rum­ge­reicht - Ere­bos. Wer es star­tet, kommt nicht mehr da­von los. Da­bei sind die Re­geln äußerst streng: Je­der hat nur ei­ne Chan­ce. Er darf mit nie­man­dem da­rü­ber re­den und muss im­mer al­lein spie­len.

Ere­bos lässt Fik­ti­on und Wirk­lich­keit auf ir­ri­tie­ren­de Wei­se ver­schwim­men: Die Auf­ga­ben, die das Spiel stellt, müs­sen in der re­a­len Welt aus­ge­führt wer­den.

Got­tes­diens­te

Donnerstag
21.11.2019
33. Woche im Jahreskreis

10:15 Uhr

Got­tes­dienst

Se­ni­o­ren­heim „Her­manns­ha­gen“, Han­no­versch Mün­den

18:00 Uhr

Hei­li­ge Mes­se

St. Ju­das Thad­dä­us, Stau­fen­berg-Land­wehr­ha­gen


Lesungen

Freitag
22.11.2019
33. Woche im Jahreskreis

16:00 Uhr

Got­tes­dienst

Se­ni­o­ren­heim „Vi­ta­nas Se­ni­o­ren Cen­trum“, Han­no­versch Mün­den

18:00 Uhr

Ver­söh­nungs­fei­er für die Firm­be­wer­ber

St. Elisabeth, Han­no­versch Mün­den

Samstag
23.11.2019
33. Woche im Jahreskreis

12:00 Uhr

Öku­me­ni­sches Frie­dens­ge­bet

St. Bla­si­us, Han­no­versch Mün­den

17:00 Uhr

Hei­li­ge Mes­se mit Spen­dung des Firm­sa­kra­ments

St. Elisabeth, Han­no­versch Mün­den


Lesungen

Kol­lek­te: für das Bo­ni­fa­ti­us­werk

Sonntag
24.11.2019
CHRISTKÖNIGS-SONNTAG

09:00 Uhr

Hei­li­ge Mes­se

St. Elisabeth, Han­no­versch Mün­den


Lesungen

1. Kol­lek­te: für un­se­re Ge­mein­de
2. Kol­lek­te: für un­se­re Ge­mein­de

11:00 Uhr

Hei­li­ge Mes­se

St. Ju­das Thad­dä­us, Stau­fen­berg-Land­wehr­ha­gen


Lesungen

Kol­lek­te: für un­se­re Ge­mein­de

Mittwoch
27.11.2019
34. Woche im Jahreskreis

09:00 Uhr

Hei­li­ge Mes­se

St. Elisabeth, Han­no­versch Mün­den


Lesungen

Donnerstag
28.11.2019
34. Woche im Jahreskreis

15:00 Uhr

Hei­li­ge Mes­se; an­schlie­ßend Se­ni­o­ren­nach­mit­tag im Pfarr­heim

St. Elisabeth, Han­no­versch Mün­den


Lesungen

Samstag
30.11.2019
34. Woche im Jahreskreis

12:00 Uhr

Öku­me­ni­sches Frie­dens­ge­bet

St. Bla­si­us, Han­no­versch Mün­den

18:00 Uhr

Wort-Got­tes-Fei­er

St. Elisabeth, Han­no­versch Mün­den


Lesungen

1. Kol­lek­te: für un­se­re Ge­mein­de
2. Kol­lek­te: für un­se­re Ge­mein­de

Ver­an­stal­tung­en

Ei­ne klei­ne Flam­me Reich Got­tes

Streit und Spal­tung al­ler­or­ten. Die­sen Ein­druck kann man beim Blick auf die Welt und un­se­re Ge­sell­schaft ge­win­nen. Der Wahl­kampf in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, der das Land noch lan­ge nach dem Schlie­ßen der Wahl­lo­ka­le spal­tet. Eng­land, das zwischen Be­für­wor­tern und Geg­nern des so­ge­nann­ten „Brexit‟ zer­ris­sen ist. Der mör­de­rische Kon­flikt zwischen Sun­ni­ten und Schi­i­ten in der is­la­mi­schen Welt - um nur drei Bei­spie­le zu nen­nen. Hin­zu kommt ei­ne fun­da­men­ta­le so­zi­a­le Spal­tung zwischen Arm und Reich; vie­le Men­schen füh­len sich an den Rand ge­drängt. Streit und Spal­tung al­ler­or­ten. Und wir müs­sen da­bei gar nicht auf die gro­ße Po­li­tik schau­en. Wie sieht es in mei­nem, in Ih­rem Le­ben aus? Wie sieht es in den Ge­mein­den aus? Ich glau­be, die Er­fah­rung von Streit, von Kon­flik­ten, die nicht mehr lös­bar schei­nen oder wirk­lich nicht mehr lös­bar sind und zu Spal­tung­en füh­ren, ist kaum je­man­dem fremd.

Wie ein Mär­chen aus längst ver­gan­ge­ner Zeit wirkt da das, was der Evan­ge­list Lu­kas im zwei­ten Ka­pi­tel sei­ner Apos­tel­ge­schich­te über die Je­ru­sa­le­mer Ur­ge­mein­de schreibt: Har­mo­nie, So­li­da­ri­tät, Gü­ter­ge­mein­schaft. Ein Herz und ei­ne See­le - die­ser Ein­druck drängt sich auf, wenn man die Wor­te des Lu­kas liest. Und so be­schreibt er die Ur­ge­mein­de ja auch zwei Ka­pi­tel spä­ter wört­lich: „Die Ge­mein­de der Gläu­bi­gen war ein Herz und ei­ne See­le.‟ (Apos­tel­ge­schich­te 4,32) Ein Herz und ei­ne See­le, das ist fast sprich­wört­lich ge­wor­den und - zu­min­dest den Äl­te­ren von Ih­nen - noch in ei­nem ganz an­de­ren Zu­sam­men­hang be­kannt. Als Ti­tel ei­ner WDR-Fern­seh­sen­dung aus den Sieb­zi­ger­jah­ren, in der die Fa­mi­lie Tetz­laff ih­ren Sinn iro­nisch und sar­kas­tisch ins Ge­gen­teil ke­hrte. Und ich stel­lte mir schon auch die Fra­ge, ob Lu­kas mit die­sem Be­richt ei­ne his­to­risch kor­rek­te Dar­stel­lung des Le­bens der Je­ru­sa­le­mer Ur­ge­mein­de bie­tet oder doch eher ei­nen „Leit­fa­den‟ für die jung­en christ­lich­en Ge­mein­den im ers­ten Jahr­hun­dert nach Chris­tus for­mu­liert. Denn wir wis­sen ja aus der Apos­tel­ge­schich­te auch von dem Streit um die Be­treu­ung der Ar­men, die zur Wahl des Ste­pha­nus zum Dia­kon ge­führt hat. Wir wis­sen über den Streit zwischen Pe­trus und Pau­lus um die Fra­ge der Mis­sion, die das Apos­tel­kon­zil klär­te. Wir wis­sen aus den pau­li­ni­schen Brie­fen von Spal­tung­en in den Ge­mein­den, von Irr­leh­ren, die auf­ge­tre­ten sind. Al­so auch Kir­che und Ge­mein­de von An­fang an und durch al­le Zei­ten und bis heu­te mensch­lich, all­zu mensch­lich ein Ort von Streit und Spal­tung?

Ja - und: nein. Ge­mein­de ist für mich bei al­ler Un­voll­kom­men­heit im­mer auch ein Wi­der­schein des Rei­ches Got­tes in der Welt. Ei­ne klei­ne Flam­me Reich Got­tes - die wei­ter­hin Licht spen­det. In die vie­len Dun­kel­hei­ten, die uns um­ge­ben. Oder wie es mir kürz­lich ein Pfar­rer schrieb: „Kir­che ist die Wär­me de­rer, die in der Welt frie­ren.‟

Mi­cha­el Till­mann